Èesky English
 
Mìstská knihovna v Èeském Krumlovì
Horní 155
381 01 È. Krumlov

Geschichte - mehrere Informationen

Die Anfänge der ersten tschechischen Stadtbibliothek gehen in das Jahr 1879 zurück, als im Gasthaus „U zlatého soudku" („Zum goldenen Faß") die erste tschechische Tafelgesellschaft „KØEN" gegründet wurde. Ihre Mitglieder gehörten zu begeisterten tschechischen Patrioten, die in der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts die tschechische Sprache propagierten und verbreiteten. Sie veranstalteten Vorträge, Unterhaltungsveranstaltungen und gemeinsame Ausflüge in die Umgebung. Einen untrennbaren Bestandteil dieser Veranstaltungen bildete immer das Singen patriotischer Lieder und das Vortragen von Gedichten. Intensiv unterstützten sie auch die entstehende tschechische Literatur. Neben dem regelmäßigen Abonnieren der tschechischen Zeitschriften (Budivoj, Svìtozor) begannen sie auch tschechische Bücher zu kaufen. Zeitschriften und Bücher wurden aus den Mitgliedsbeiträgen oder Spenden einiger Mitglieder angeschafft. Die erste „Bibliothek" war eine beschlagene Kiste (in dem Gasthaus untergebracht), die vom Wirten verwaltet wurde. Der Leserverein, am 15. Mai 1881 gegründet, sollte den aufgelösten Verein Køen ersetzen, als sich der Kreis der Freunde des Vereines so vergrößerte, daß sich der Bedarf herausstellte, eine breitere Tätigkeit zu entwickeln. Der neue Verein hatte seinen Statut, von der k. k. Statthalterei gebilligt, in dem 79 gründende wirkliche und auswärtige Mitglieder angeführt wurden. Im § 15 sind alle Pflichten des Bibliothekars zusammengefaßt, der der Bestimmung des Bibliothekausschusses zufolge Bücher, Zeitschriften und Musikalien bestellt, auf die Ordnung in der Bibliothek und dem Leseraum achtet, das Inventar der Bücher und Zeitschriften führt und für die Bibliothek haftet.

Der Leserverein mietete für 120 Gulden jährlich den 1. Stock des Gasthauses „U èerného orla" („Zum schwarzen Adler"), dessen Besitzer Herr Šalamoun war. Die Mitglieder trafen sich 1-2x wöchentlich und über jedes Treffen führten sie sorgfältige Eintragungen. Ihre Tätigkeit war sehr vielfältig (Vorträge, Bälle, Unterhaltungsveranstaltungen, Ausflüge usw.) Die Erlöse aus den durchgeführten Veranstaltungen dienten auch zum Kauf von neuen Büchern und Zeitschriften für die Vereinsbibliothek. Einige Bücher hat die Bibliothek geschenkt bekommen. Im Jahre 1883 hatte die Bibliothek 1290 Bände und 120 Leser.

Durch die Nationale Einheit des Böhmerwaldgebietes, deren Abteilung im Jahre 1885 auch in Èeský Krumlov gegründet wurde, bekamen die Stadtbewohner eine weitere Möglichkeit, tschechische Bücher zu besorgen. Ähnliche örtliche Abteilungen wurden auch in der Umgebung gegründet - Chmelná, Køemže, Opalice, Zlatá Koruna, Vìžovatá Plánì.

Im Jahre 1889 entstand in Èeský Krumlov das „Národní dùm" (Volkshaus). In die sanierten Räume der Kaserne (später das Hotel Rùže (Horní Nr. 154)), die für die Tschechische Sparkasse umgebaut wurden, zogen auch der Tschechische Leserverein sowie auch weitere tschechische Unterstützungsvereine um. Die Bibliothek wurde in einem kleinen Raum im ersten Stock untergebracht und als Bibliothekar wurde Herr Hynek Jirásek gewählt.

Seit dem Jahre 1895 wirkte als Bibliothekar der Lehrer Vránek. Während seiner Tätigkeit gelang es endlich, die Liste der Bücher zu vervollständigen (sogar gedruckt) sowie auch einen Bücherkatalog zu erstellen. Die Bücher wurden nach dem Inhalt sortiert und man dachte darüber nach, eine selbständige Abteilung für die Jugend zu errichten. Jährlich wurden 3000 bis 5000 Bücherbände ausgeliehen und die Bibliothek besuchten 200 Leser.

Am 1. Oktober 1911 wurde im Erdgeschoß des Gebäudes feierlich ein Leseraum eröffnet. Bibliothekar war Herr TomᚠTichý, sein Helfer dann Herr Král. Der Leseraum war täglich von 18 bis 20 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Zur Verfügung standen den Lesern 87 Zeitschriften.

Die Kriegsereignisse des Jahres 1914 beeinflußten auch negativ in die Tätigkeit des Leseraumes. Der Bibliothekar mußte einrücken, einige Zeitschriften wurden eingestellt und schließlich mußte der Leseraum aus materiellen Gründen geschlossen werden. Trotzdem hörte seine Tätigkeit nicht auf. Freiwillige besuchten das militärische Lazarett, um den Soldaten vorzulesen. Die Tätigkeit des Leseraumes wurde nach dem Krieg wiederaufgenommen. Im Jahre 1915 wurde Herr František Mrázek Bibliothekar und die treuesten Leser halfen ihm. Die Bibliothek hatte 112 Leser, die insgesamt 3118 Bücher ausgeliehen haben.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges kam es zu einer großen Wende in der Tätigkeit des Leservereins. Das Bibliothekengesetz aus dem Jahre 1919 (Gesetz über öffentliche allgemeine Bibliotheken Nr. 430/19 des Gesetzbuches) garantierte die Möglichkeit einer staatlichen Unterstützung, und daher entschied sich der Stadtrat, die Vereinsbibliothek als allgemeine Bibliothek anzuerkennen. Im August 1921 zog die Bibliothek (3352 Bände) aus dem Haus Rùže in das Schloß, auf den sog. „Kapuzinergang" um. Es wurde eine „Allgemeine öffentliche Bibliothek" konstituiert. Mit ihrer Verwaltung wurde der Bibliotheksrat des Bildungsvereins beauftragt und Bibliothekarin wurde die Lehrerin O. Uhlíøová. Der Fond wurde überprüft, die Zuwachsliste neu gestaltet, der Blätterkatalog der Bücher beendet und der Leseraum wieder eröffnet.

Im Jahre 1926 übernahm die Funktion des Bibliothekars der Lehrer Jan Karták, der in demselben Jahr die staatliche Bibliothekarprüfung abgelegt hat; zum erstenmal ist in der Bibliothek ein fachlich ausgebildeter Bibliothekar tätig, der in der Stadtbibliothek (mit der zwangsweisen Pause in den Kriegsjahren) bis in das Jahr 1951 wirkte. Während der 1. Republik gab es ein großes Interesse für die Bibliothek. Es wuchs die Zahl der Leser, der Bücher und auch der Ausleihungen. Die Bibliothek zog in geeignetere Räume im Minoritenkloster um.

Damit die Angaben komplett sind, ist auch noch die Tätigkeit der deutschen öffentlichen Bibliothek zu erwähnen. In Èeský Krumlov lebten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ziemlich viele deutschsprachige Bürger. Die im Archiv bestehenden Eintragungen beweisen eine gewisse Rivalität beider Bibliotheken, vor allem in Richtung finanzieller Sicherung des Betriebes der Bibliotheken und somit auch deren Einrichtungen sowie der Möglichkeiten, neue Bücher anzuschaffen. Das Ende der Existenz der deutschen öffentlichen Bibliothek brachte das Ende des Zweiten Weltkrieges mit sich. Im Jahre 1945 erwarb ihre Einrichtungen die wiederhergestellte tschechische Bibliothek für ihre Tätigkeit.

Nachdem das Sudetenland im Jahre 1938 angeschlossen worden war, blieb die ganze tschechische öffentliche Bibliothek in Èeský Krumlov. Der Bibliothekar J. Karták, der zu der damaligen Zeit mit der Leitung der Hauptschule in Borovany beauftragt war, versuchte die Bibliothek nach Èeské Budìjovice zu überführen. Die Bibliothek wurde für die Stampfmühle im Papierwerk bestimmt. Der ursprünglich verlangte Preis für die Bibliothek - 40 000 Kè, wurde schließlich auf 8 000 Kè heruntergehandelt, und zwar mit dem gesamten Inventar. Das Geld wurde schrittweise von der Budweiser Sparkasse, die Beziehungen zu den Mitgliedern der Nationalen Einheit, der Einheit des Böhmerwaldgebietes hatte und weiters auch mit Hilfe der öffentlichen Dr. Zátka-Stadtbibliothek in Èeské Budìjovice gewonnen. Ende Februar 1939 war alles vorbereitet, das Geld, die Zollerklärung, auch die Begleitung des Verbindungsoffiziers und der Wagen standen zur Verfügung. Aus Èeský Krumlov wurden über 5000 Bände sowie die notwendigste Einrichtung weggebracht. Die wertvollsten Bücher wurden in den Fond der Budweiser Bibliothek eingetragen und den ganzen Krieg hindurch an die Leser verliehen.

Nach dem Jahre 1945 sicherte J. Karták die Rückkehr des Restes der Bibliothek nach Èeský Krumlov - etwa 3000 Bände - die Zahl ist leider nicht genau festzustellen, da keine Übergaberevision des Fonds durchgeführt wurde. Die Bibliothek wurde im hinteren Trakt des Gymnasiums in der Švermova-Gasse (die heutige Linecká-Gasse) untergebracht. Die Bedingungen für die Tätigkeit der Bibliothek waren kompliziert, es gab nicht genug finanzielle Mittel, um neue Bücher zu kaufen und den eigentlichen Betrieb der Bibliothek zu sichern. Im Jahre 1946 hatte die Bibliothek 4362 Bände und es besuchten sie 454 Leser, die insgesamt 12 071 Bücher ausgeliehen haben.

In den folgenden Jahren versuchten die Bibliothekare, den Bibliotheksfond so viel wie möglich den Lesern zugänglich zu machen. Es wurde die freie Auswahl der Bücher eingeführt, das heißt, daß die Leser die Bücher, für die sie sich interessierten, selbst haben aussuchen konnten.

In den fünfziger Jahren kam zur Tätigkeit der Stadtbibliothek auch die Tätigkeit der Bezirksbibliothek, die vorwiegend im Ausleihen von Büchergruppen an die umliegenden Dörfer sowie in der methodischen Hilfe bestand. Im Jahre 1952 zog die Bezirksbibliothek in die neu adaptierten Räume im alten Nosberger-Haus in der Panská-Gasse Nr. 19 um. Nach J. Karták wurde S. Stejskalová zur Direktorin der Bibliothek, nach ihr übernahm diese Funktion Marie Vlasáková. Zu dieser Zeit wurde eine weitere Bibliothekarin angestellt. Im Jahre 1954 wurde zur Direktorin die ehemalige Mitarbeiterin der Fahrbibliothek Vìra Èepeláková (Pazderková). Damals hatte die Bibliothek bereits drei Abteilungen - eine Ausleihe für Erwachsene, eine Abteilung für Jugend und einen Leseraum.

Im Jahre 1959 billigte die Nationalversammlung das Gesetz Nr. 53/59 des Gesetzbuches, über das einheitliche System der Bibliotheken. Grundlage dieses Systems werden die örtlichen, Bezirks- und Kreisbibliotheken. Seit dieser Zeit sichert die Bezirksbibliothek in Èeský Krumlov, dem Gesetz entsprechend, die methodische Hilfe für alle in unserem Bezirk wirkenden Bibliotheken. Neben der Funktion der Stadtbibliothek erfüllt sie gleichzeitig die Funktion des Zentrums für methodische, bibliographische, Informations- und koordinierende Dienstleistungen für alle Bibliotheken des einheitlichen Systems.

Eine territoriale Änderung, zu der es in der Tschechoslowakei im Jahre 1960 gekommen ist, ändert die Grenzen der Bezirke. Der Bezirk Kaplice löst sich auf und die einzige Bezirksbibliothek beleibt in Èeský Krumlov.

Die 70er Jahre vergingen im Zeichen des Errichtens des Systems von Zentren. Professionelle Bibliotheken bekamen methodische Distrikte als Basis für die Bibliotheksdienstleistungen zugeteilt. Schrittweise werden die Bibliotheken in Vyšší Brod, Èerná v Pošumaví, Velešín, Benešov nad Èernou, Køemže, Louèovice, Horní Planá, Brloh, Chvalšiny professionalisiert. Die letzte professionalisierte Bibliothek wurde die staatliche Bibliothek in Dolní Dvoøištì (im Jahre 1987).

Die immer breitere Tätigkeit der Bibliothek erforderte die Vergrößerung der Bibliotheksräume. Das Haus in der Panská-Gasse ist nicht mehr geeignet, die Kinderabteilung zieht mehrmals in verschiedene Häuser um. Im Jahre 1981 bekam die Bibliothek neue Räumlichkeiten auf dem Schloß (das ehemalige Münzhaus). Hier wurden die Kinderabteilung, der Leseraum, die Leitung der Bibliothek sowie die methodische Abteilung untergebracht. Die achtziger Jahre brachten keine wesentlichen Änderungen. Die Achse der Tätigkeit wurde von einheitlichen kultur-erziehenden Bildungsplänen, von dem Aufbau des Systems der Zentren sowie von der zentralen Planung gebildet.

Die 90er Jahre brachten eine wesentliche Änderung in der Tätigkeit der Bibliothek mit sich. Im Laufe des Jahres 1991 übersiedelte die ganze Bibliothek in die Horní-Gasse (die ehemalige Prälatur). Gleichzeitig wurde die Automatisierung der Bibliotheksdienstleistungen aufgenommen. Mit Hilfe des Bibliothekssystems LANius wurde der ganze Fond der Bibliothek im Computer gespeichert. Im Jahre 1995 wurde das Ausleiheprotokoll in der Kinderabteilung voll automatisiert. Im darauffolgenden Jahr wurde die Evidenz der Austauschgruppen für die einzelnen Bibliotheken des Bezirkes mittels Computer in Betrieb gesetzt. Das Jahr 1997 war das letzte Jahr, in dem der Betreiber der Bibliothek das Bezirksamt war. Die professionellen Bibliothekare wurden Angestellte der zuständigen Gemeinde oder des zuständigen Stadtamtes. Regionale Tätigkeit für alle Bibliotheken des Bezirkes leistet die Stadtbibliothek in Èeský Krumlov, die mit dieser Tätigkeit beauftragt wurde. In diesem Jahr erhielt die Bibliothek den Grand des Kulturministeriums der ÈR und wurde an das Internet-Netz angeschlossen.
knihovna@knih-ck.cz